Geschichte der Tulpe – ein Siegeszug durch Europa

Die Tulpe ist wohl eine unserer beliebtesten Blumen. Ihr natürliches Vorkommen reicht von der Türkei im Westen bis zum Pamir Gebirge im Osten. Von diesen wilden Verwandten stammen alle unsere Gartentulpen und die für den Blumenhandel gezüchteten Tulpen ab. Heute gibt es über 150 Tulpenarten und tausende von Hybriden auf der ganzen Welt.

Wie und wann genau die Tulpe im 16. Jahrhundert aus dem Osmanischen Reich nach Europa kam, wissen wir nicht mit Sicherheit, aber die folgenden Personen und Ereignisse haben zur Verbreitung der Tulpe in ganz Europa beigetragen. Klicken Sie auf die Landkarte oder die Links, um mehr darüber zu erfahren.

1526 – Arras, Frankreich „Der Tulpen-Prophet wird geboren“
Der flämische Botaniker Charles de L’Ecluse (auch bekannt unter dem lateinischen Namen Clusius) wird oft als die wichtigste Persönlichkeit bei der Verbreitung der Tulpe über den europäischen Kontinent genannt. Während seines Lebens schickte er tausende von Tulpenzwiebeln an Bekannte in ganz Europa.

1593 wurde er zum Professor an der Universität von Leiden berufen, wo unter seiner Mitarbeit einer der ersten botanischen Gärten Europas entstand. Clusius schaffte die Grundlage der holländischen Tulpenzucht und der heutigen Blumenzwiebelindustrie.

1554 – Wien, Österreich „Die Türken nennen sie Tulipan“
Eine der Hauptfiguren in der Geschichte der Tulpe ist ohne Zweifel Ogier Ghiselin de Busbecq. Der flämische Humanist wurde von Kaiser Ferdinand als Botschafter an den Hof des türkischen Sultans Süleymans geschickt, von dem er unter anderem einige Tulpenzwiebeln erhielt.

Diese brachte er mit nach Hause und führte sie so unter Vermittlung seines Freundes Clusius in Europa ein. Der Name Tulpe geht auf eine Beschreibung der Blume in einem Brief zurück, den de Busbecq 1554 schrieb.

Der von ihm angegebene Name, Tulipan (türkisch tülband = Turbanband), dürfte auf einem sprachlichen Missverständnis bei der Übersetzung einer Beschreibung der Tulpe (die Blüte hat Ähnlichkeit mit einem Turban) beruhen oder auf einem türkischen Volksnamen der Blume. Eigentlich heißt die Tulpe auf Türkisch lale. Der Name stammt aus dem Persischen. Als der Fehler bemerkt wurde, war es bereits zu spät – die Blume wurde fortan Tulpe genannt.

1559 – Augsburg, Deutschland „Die ersten Tulpen werden gesichtet“
In Europa wurden die ersten Tulpen von Conrad Gesner (1516-1565) beschrieben, einem Schweizer Naturforscher und Altphilologen, der sie im April 1559 im Garten eines Augsburger Richters gesehen hatte und sie malte. Für ihn sahen sie wie rote Lilien aus. Zwei Jahre später wurden die Bilder in seinem De Hortis Germaine Liber Recens veröffentlicht. Es waren die ersten Abbildungen der Tulpe.

1596 – Bergen, Norwegen
Henrik Höjer war ein junger norwegischer Arzt, der nach Holland reiste, um an der Universität von Leiden sein Examen abzulegen. Dort traf er Charles de L’Ecluse, der ihm ein guter Freund wurde. Als Henrik Höjer drei Jahre später nach Bergen zurückkehrte, hatte er mehrere Tulpenzwiebeln im Gepäck, die so nach Norwegen gelangten. In den folgenden Jahren erhielt er weitere Tulpenzwiebeln von Charles de L’Ecluse.

1637 – Niederlande ”Die erste Spekulationsblase der Welt”
In der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts herrschte großer Wohlstand in den Niederlanden. Die Händler wurden immer reicher, und es war viel Geld im Umlauf. Die wachsende Popularität des Handels mit Tulpenzwiebeln führte zu unkontrollierten, ausufernden Spekulationen mit den Zwiebeln, der sogenannten Tulpenmanie.

Zunächst wurden die Zwiebeln nur während der Pflanzzeit gehandelt. Da sich die Nachfrage jedoch ganzjährig ausdehnte, wurden später auch solche Zwiebeln verkauft, die noch in der Erde waren. Als Konsequenz wurde der Tulpenhandel zum Spekulationsgeschäft, da niemand wusste, wie die Tulpe wirklich aussehen würde. Zum Zweck der Veranschaulichung, wie sie später aussehen sollten, wurden Bilder in Auftrag gegeben. Kostbare Gemälde entstanden während dieser Zeit vor allem in Utrecht, das damals für etwa 400 Maler Europas Anziehungspunkt war.

In den 1630er Jahren überschlug sich die Entwicklung. Es konnten jetzt auch Optionsscheine auf Tulpenzwiebelanteile gekauft werden. Die Preise explodierten und stiegen von 1634 bis 1637 auf das über Fünfzigfache an. In Amsterdam wurde ein komplettes Haus für drei Tulpenzwiebeln verkauft. Viele Zwiebeln kosteten mehrere tausend Gulden, der höchste Preis für die wertvollste Tulpensorte, Semper Augustus, lag Anfang 1637 bei 10.000 Gulden für eine einzige Zwiebel, zu einer Zeit, als ein Zimmermann rund 250 Gulden im Jahr verdiente. Aus der Spekulation war eine Spekulationsblase geworden.

Im Frühjahr des Jahres 1637 kollabierte der Markt, und die Preise für Tulpenzwiebeln sanken um 95 %. Es kam zu Unruhen, und Panik brach in den Reihen derer aus, die mit Tulpenzwiebeln handelten. Viele Familien wurden in den Ruin getrieben.

1685 – Uppsala, Schweden
Es ist nicht sicher, wann die ersten Tulpen nach Schweden kamen. Olof Rudbeck Sen. hatte den ersten dokumentierten Tulpengarten. Er hatte Samen und Zwiebeln von einer Hollandreise nach Schweden mitgebracht. Im Jahr 1685 umfasste sein botanischer Garten eine Sammlung von 38 verschiedenen Tulpenarten.

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